Baukunst Galerie



Bild:

Hans Op de Beeck
"Staging Silence
(Set Photo)", 2009
Lambda-Belichtung
auf Dibond
102 x 73 cm, gerahmt
Auflage 10 (+ 2 A.P.)


Die Baukunst Galerie eröffnet am 29. Oktober von 18 bis 21 Uhr eine große Einzelausstellung mit einer monumentalen Videoprojektion des Belgischen Künstlers Hans Op de Beeck. Der Film „Staging Silence” wird im Kontext der KunstFilmBiennale präsentiert und ist bis zum 27. November 2009 in der Galerie zu sehen. Im Rahmen des Internationalen Wettbewerbs der KunstFilmBiennale wird außerdem am Freitag, den 30. Oktober um 21 Uhr, der Film „Extensions“ in der Black Box des Cinedoms gezeigt.
Die Ausstellung in der Baukunst Galerie ist die deutsche Erstaufführung von „Staging Silence“. Die begleitende Filmmusik wurde von dem Musiker Serge Lacroix eigens für diesen Film komponiert. Neben dem 22 minütigen Videoloop ist eine gleichnamige Künstleredition entstanden. Sie ergänzt die Installation durch ein Foto des Filmsets in Form einer schwarzweißen Lambda-Belichtung auf Dibond (102 x 73 cm) und eröffnet eine weitere Perspektive auf die Videoprojektion und die Arbeitsweise des Künstlers.

Hans Op de Beeck wurde 1969 in Turnhout, Belgien geboren und lebt und arbeitet in Brüssel. In seinem Œuvre nutzt er ein breites Spektrum an Medien – er malt, zeichnet, fotografiert, filmt, produziert Skulpturen und monumentale Installationen, schreibt Novellen und entwirft Bühnenbilder. Dabei steht die möglichst präzise Vermittlung des jeweiligen Inhalts für ihn stets im Mittelpunkt seiner Arbeit. Als Stellvertreter des Betrachters sucht er Situationen, die diesen zur Identifikation auffordern. In seinen Parallelwelten schafft er fiktive Orte, Momente und Charaktere, von denen er hofft, dass der Betrachter sie für einen Moment als etwas Reales akzeptiert. Dafür arbeitet er mit Trompe-L’Œil-Effekten, die im nächsten Moment durch verfremdende Elemente, wie die übersteigerte Verschiebung von Proportionen, wieder aufgebrochen werden. In seinem Spiel mit der Illusion hinterfragt der Künstler das komplexe Verhältnis von Realität und Repräsentation, von dem, was wir sehen und dem, was wir glauben wollen, um mit der eigenen Unzulänglichkeit besser umgehen zu können. Seine suggestiven, visuellen Angebote produzieren in uns beunruhigende, melancholische Bilder voller Ambivalenz und spiegeln auf diese Weise die tragisch komische Absurdität unserer postmodernen Existenz wieder.

Nach seinem Studium an der Rijksakademie wurde der Künstler 2001 mit dem Prix Jeune Peinture Belge ausgezeichnet. Von 2002 bis 2003 erhielt er ein Artist in Residence Stipendium am MoMA und P.S.1 in New York. Darüber hinaus wurde ihm 2006 die Eugène Baie Award und 2009 der Catholic University of Leuven Culture Prize verliehen. Seine Werke wurden bereits in international bekannten Museen wie der Reina Sofia (Madrid), dem Scottsdale Museum of Contemporary Art (Arizona), dem ZKM (Karlsruhe), dem Kunstverein Hannover, der Whitechapel Art Gallery (London), dem S.M.A.K. (Gent) und dem P.S.1 (New York) ausgestellt. Neben mehreren monumentalen Installation im „Unlimited“ Bereich der Art Basel von 2004 bis 2009 wurden seine Werke 2006 auch auf der Shanghai Biennale und 2008 auf der Singapore Biennale präsentiert.


„Staging Silence”, 2009
22 min Loop, 16:9, schwarz/weiß, Full HD Video, kopiert auf Blu-Ray Disk, Auflage 10 (+ 2 A.P.)


“’Staging Silence’ is based around remembered spaces; not any specific sites, but the abstract, archetypal settings that lingered in my memory as the common denominator of the many similar public places I have visited and experienced. The video images themselves are both ridiculous and serious, just like the eclectic mix of pictures in our minds. The decision to film in black-and-white heightens this ambiguity: the amateurish quality of the video invokes the legacy of slapstick, as well as the insidious suspense and latent derailment of film noir. But perhaps gravity and menace ultimately prevail. The title, “staging silence”, refers to the staging of such dormant decors where, in the absence of people, the spectator can project himself as the lone protagonist, unhindered by others.

Memory images are disproportionate mixtures of concrete information and fantasies, and in this film they materialize before the spectator’s eyes through anonymous tinkering and improvising hands. Arms, like those of faceless puppeteers, appear and disappear at random, manipulating banal objects, scale representations and artificial lighting into alienating yet recognizable locations. These places are no more or less than animated decors for possible stories, evocative visual propositions to the spectator.“


(Hans Op de Beeck)

www.hansopdebeeck.com

mit freundlicher Unterstützung von Canon





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