Baukunst Galerie



Bild:

Lisbeth Johansen
Ohne Titel, 2001
signiert verso Kohle auf Papier, gefirnisst, auf Holz
55 x 55 cm
(Detail)


Die Baukunst Galerie eröffnet am 30. Januar 2002 eine Ausstellung aktueller Arbeiten der jungen norwegischen Künstlerin Lisbeth Johansen.

Die 1967 in Norwegen geborene Künstlerin absolvierte ihr Studium der Kunst an der „Vestlandets“-Kunstakademie. Es folgten verschiedene Einzel- und Gruppenausstellungen in Norwegen, sowie Reise- und Arbeitsstipendien. Mit der Einzelschau in der Baukunst Galerie wird die Künstlerin das erste Mal in Deutschland präsentiert. Lisbeth Johansen lebt und arbeitet in Bergen.

Die in der Ausstellung gezeigten Bilder sind Zeichnungen, auch wenn die meisten Arbeiten aus der Entfernung betrachtet einen fast fotografischen Charakter aufweisen. Lisbeth Johansen entscheidet sich in ihrer Auswahl der künstlerischen Medien für traditionelle Materialien und Techniken: Kohle und Bleistift auf Papier. Neben Bleistift und Kohle greift die Künstlerin aber auch zu ungewöhnlichen Materialien wie Kaffee, mit dem sie den Papiergrund lasiert. Die Zeichnungen - meist in hellen, zarten Grautönen - sind auf Holz aufgezogen und erhalten ihre glänzende Oberfläche durch aufgetragenen Firniß.

Johansens Entschluß sich dem Medium Zeichnung zuzuwenden, dem leider nach wie vor das schwere Vorurteil des unfertigen Bildes, der Studie oder Skizze anhaftet, kann als enger Bezug zur künstlerischen Tradition in folgender Hinsicht angesehen werden: Entscheidend ist ihr der künstlerische Schaffensprozeß. Lisbeth Johansen hat ein starkes Interesse an der Kunstfertigkeit, an der künstlerisch „handwerklichen“ Auseinandersetzung mit den Materialien. Die Hand des Künstlers ist das wichtigste Werkzeug.

In Lisbeth Johansens Bildern finden sich konstruktive, aber auch informelle Elemente. Im gleichen Bild tauchen einfache Symbole mit geometrischem, gleichzeitig aber auch frei gestischem Charakter auf. Das führt zu einer Doppeldeutigkeit, die eine Interpretation erschwert. Johansens Arbeiten formulieren visuelle Ideen, die aber weder konventionellen noch persönlichen Bedeutungen unterliegen. So bekommen ihre Bilder auch keine individuellen Titel. Es eröffnen sich Assoziationen zu Landschaften oder natürlichen Fundstücken. Der räumliche Eindruck bleibt diffus: Das Auge des Betrachters fokussiert vermeintlich klare Formen und Linien, die zunächst im Bildvordergrund lokalisiert werden. Bei eingehender Betrachtung entfernen sich die durch fein verwischte Konturen definierten Kreisformen und Linien wieder in den Bildhintergrund. Ihre Zeichnungen geben ein von ihr erschaffenes inneres Bild wieder. Dabei konstruiert sie einem dynamischen Raum und operiert mit verschiedenen Bildebenen, d.h. mit einem Spiel zwischen Nähe und Ferne.


Bild: Ohne Titel, 2001
Kohle, Kreide auf Papier, gefirnißt, auf Holz
55 x 55 cm
Ohne Titel, 2001
Kohle, Kreide auf Papier, gefirnißt, auf Holz
55 x 55 cm
Bild: Ohne Titel, 1998
Kohle, Tusche, Kaffee auf Papier, gefirnißt, auf Holz
148 x 148 cm
Ohne Titel, 1998
Kohle, Tusche, Kaffee auf Papier, gefirnißt, auf Holz
148 x 148 cm
Bild: Ohne Titel, 2001
Kohle, Kreide auf Papier, gefirnißt, auf Holz
55 x 55 cm
Ohne Titel, 2001
Kohle, Kreide auf Papier, gefirnißt, auf Holz
55 x 55 cm



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