Baukunst Galerie



Bild:

Meta Isæus-Berlin
April, 2008
Öl auf Leinwand
132 x 157 cm
signiert, datiert und bezeichnet verso


Die Baukunst Galerie eröffnet am Mittwoch, dem 4. Februar 2009 von 18.00 bis 20.00 Uhr, eine große Einzelschau mit aktuellen Gemälden der schwedischen Künstlerin Meta Isæus-Berlin. „Inside out, Outside in“ ist bereits ihre zweite Ausstellung in der Baukunst Galerie. Bei der Vernissage wird die Kuratorin Dr. Isabelle Malz vom K20 Kunstsammlung NRW in Düsseldorf eine Einführung in Isæus-Berlins Œuvre geben. In der Ausstellung werden ausschließlich neue Gemälde und Zeichnungen aus den Jahren 2007 bis 2009 gezeigt, die in einen vielschichtigen Dialog über das Zusammenspiel von Innen- und Außenwelt treten.

Die 1963 in Stockholm geborene Künstlerin studierte von 1984 bis 1986 zunächst Kunstgewerbe und Design an der Stockholmer Konstfack bevor sie bis 1993 ein Studium der Bildenden Kunst an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Stockholm absolvierte. Ihr Werk wurden bereits weltweit in internationalen Ausstellungen präsentiert – unter anderem im Rahmen der Biennalen von Venedig, Istanbul, Johannesburg und Melbourne sowie in Museumsausstellungen in Breda, Thessaloniki, Helsinki, Kopenhagen, Madrid und Barcelona. 2006 widmete ihr die Liljevalchs konsthall in Stockholm eine große Einzelausstellung, zu der ein umfangreicher Katalog erschienen ist, der sowohl ihre frühen Installationen als auch ihre ersten Gemälde umfasst. Seit 2005 sind die Werke der Schwedin auf den Kunstmessen Art Basel, Art Basel Miami Beach und Armory Show in New York präsent. Eine Ende 2008 erschienene Monographie bietet einen umfangreichen Überblick zu den in den letzten beiden Jahren entstandenen Gemälden.

Meta Isæus-Berlin interessiert das Zusammenspiel von Traum und Realität – die gegenseitige Bereicherung und Verflechtung von Imagination und Rezeption, Bewusstem und Unbewusstem, innerer und äußerer Realität. In dem Vorwort ihrer Monographie schreibt sie: „Bilder der Realität existieren nicht, so bald ich versuche, sie zu entwerfen, verschwinden sie.“ Ihr Werk entsteht durch einen langsamen Prozess des Selektierens und Filterns äußerer Sinneseindrücke, Gedanken und Emotionen. Alle Gemälde haben ihren Ausgangspunkt in der Außenwelt: dem alltäglichen sinnlichen und sozialen Umfeld der Künstlerin – erstmals auch in der Landschaft, während sich die Künstlerin in ihrem bisherigen Werk vornehmlich mit Innenräumen auseinandergesetzt hat. Dies kann wie in „At the Seaside“ die spärliche Flora der kargen Landschaft an der schwedischen See sein, in der Isæus-Berlin ein Haus besitzt, das ihr im Sommer als Atelier dient. Indem sie den in dieser Region dünngesäten Blüten im Gemälde in üppiger Fülle und Schönheit Gestalt verleiht, vermittelt sie dem Betrachter ihren ganz persönlichen Blick auf diese von ihr geliebte Landschaft. Manchmal ist es aber auch ein Buch oder eine Romanverfilmung, die sie zum Ausgangspunkt ihrer Gemälde nimmt. So inspirierten sie die differenzierten Stimmungs- und Assoziationsebenen von Charles Dickens‘ „Great Expectations“ zu den Gemälden „Anticipations and Slow Changes“ und „Everything Is Possible“. Auch wenn beide Interieure menschenleer sind, haben sie einen höchst theatralischen Charakter. Verlassene Räume werden von Schlingpflanzen und Wurzeln überwuchert. Glühendes Rot trifft auf kühles Weiß, dringt durch ein Sitzmöbel und verflüchtigt sich darüber in zartem Rauch. Ähnliches gilt für das Gemälde „The Island, Detail“, in dem sich die Künstlerin mit einer Rauminstallation im Moderna Museet Stockholm auseinandersetzt. Sie spürt in diesem Gemälde dem Kindheitstrauma des verstorbenen Künstlers Einar Hylander nach, der dieses in seiner Installation mit dem 1874 entstandenen Werk „Die geheimnisvolle Insel“ von Jules Vernes verbindet. In „Walking Home“ und „Silent Conversation“ lässt sich die Künstlerin auf die Gefühlswelt von Kindern ein, die sich durch tapferes Voranschreiten oder das Zwiegespräch mit einer Puppe beruhigen und somit gegen die sie umgebende kühle, bedrohliche Umwelt abschirmen. Aber auch aus konkreten privaten Erlebnissen, wie dem Liebeskummer ihrer Tochter („Beate‘s Lovelife“), eigenen Ängsten („Call and Shout“) oder der für sie positiv besetzten Vorstellung der Unterwasserwelt („Jellyfishes“), schöpft Meta Isæus-Berlin Anregung für ihre Werke.

Ein Schlüsselwerk der Ausstellung ist das Gemälde „April“. Es zeigt eine Frau, die einen Vorhang beiseite schiebt, um nach draußen zu sehen. Indem sie von innen nach außen blickt, lässt sie das Äußere in ihr Inneres („Inside out, Outside in“). Unter ihrem Blick verändert sich die wahrgenommene Welt. Die innere Perspektive, ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Erinnerungen filtern diese Eindrücke und laden sie mit ihrem Inneren auf. Somit verdeutlicht Meta Isæus-Berlin in den präsentierten Gemälden die Subjektivität unserer Wahrnehmung, Sichtweise und Beurteilung der äußeren Welt. Sie verwendet die produktive Kraft, die aus dieser Spannung von Eindruck und Ausdruck, von Prägung und Filterung entspringt, um einzigartige Bildwelten zu kreieren, die unserem Inneren eine Bühne zur Entfaltung bieten.





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