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Oliver Dorfer |
Die Baukunst Galerie eröffnet am 28. April 2004, 18.00-20.00 Uhr, mit einer Einführung von Dr. Wibke von Bonin eine Einzelschau mit neuen Bildern des jungen österreichischen Künstlers Oliver Dorfer. Es ist die bisher fünfte Ausstellung des Künstlers in der Baukunst Galerie, die sein Schaffen seit 1993 kontinuierlich verfolgt und zeigt.
Oliver Dorfer, 1963 in Linz geboren, ist Maler, Graphiker und Objektkünstler. Dorfer ist Autodidakt. Neben dem Abschluß eines Studiums der Soziologie, in längeren Aufenthalten zu künstlerischem Arbeiten in Kanada sowie einem intensiven Austausch auf Künstlersymposien und in Künstlervereinigungen, z.B. der Gruppe junger österreichischer Künstler „MAERZ“, verfolgte Dorfer seinen eigenwilligen künstlerischen Weg. Er gewann bereits zahlreiche lokale und internationale Wettbewerbe, so z.B. 1991 den Förderpreis der Stadt Linz für Bildende Kunst, und war in Ausstellungen inner- und außerhalb Europas, z.B. in Paris, Rom und Montréal zu sehen. Von März bis April 2004 widmete ihm das Oberösterreichische Landesmuseum in Linz eine große Einzelausstellung, welche die bereits fast 20jährige künstlerische Tätigkeit Dorfers dokumentiert von Arbeiten aus den 80er Jahren bis hin zu aktuellsten Bilder. Aus der Linzer Museumsschau werden Dorfers aktuelle Arbeiten in der Baukunst Galerie zu sehen sein.
Oliver Dorfers Gemälde sind mit Acryl oder Farbpigmenten und Schellack auf großformatigen Tafeln aus Gips aufgebracht. Der Künstler bildet aus vielen Gipsschichten schwere Tafeln mit bis zu 3 cm Dicke. Durch diese plastischen Bildträger erhalten die Arbeiten eine reliefartige, dreidimensionale Wirkung. Die Bearbeitungsspuren zeigende, teils rauhe und teils geglättete Oberfläche des Gipses verleiht den Bildern Nähe, Greifbarkeit und somit eine besondere Präsenz.
Oliver Dorfers Bildsprache lässt sich als Verbindung von frei erfundener Gestalt mit Darstellungen aus der realen Gegenstandswelt beschreiben. Neben den im Bereich des Abstrakten verbleibenden Bildelementen zeigen die Bilder Dorfers erkennbare Darstellungen von Menschen, Tieren, Gegenständen, die mehr oder weniger stark an den Rand der Abstraktion getrieben sind. Die figürlichen Darstellungen sind oft nur fragmentarisch wiedergegeben oder - ähnlich Scherenschnitten oder Negativbildern - nur aufgrund der Konturen, der Aussparungen und freibleibenden Flächen eines monochromen Farbfeldes erkennbar. Der helle Hintergrund des weiß grundierten Gipses bleibt immer in einem großen Anteil sichtbar. Die einzelnen farbigen Motive sind in Dorfers Bildern in Farbzwei- oder -dreiklängen wie Collagen übereinandergelegt.
Der Künstler arbeitet bei der Entstehung der Bilder unter anderem mit Projektionen, die er auf den Bildgrund wirft. In der Ausstellung sind zudem Papierarbeiten zu sehen, die auf einem Druckverfahren basieren, daß der Künstler selber entwickelt hat: Dorfers „Pigmenttintendruck“ verbindet Computer und Druckstock, alte und neue Medien drucktechnischer Verfahren in ganz neuer Art und Weise. In den Bildern Oliver Dorfers verbirgt sich eine Ironie und ein ganz eigener Humor, die sich nicht nur durch die vom Künstler verliehenen Titel, wie „ducktales“, „dogdays“ oder „tanks and toyrooms“, sondern vor allem durch das Auftauchen unvermuteter Bildmotive vermitteln. Zudem gibt es in Dorfers Bildern die irritierende Kombination von harmlosen Motiven wie Tieren, Spielzeug oder Alltagsgegenständen mit Waffen, Panzern oder Portraits von Personen, die wie Nachrichtenbilder aus den Medien wirken. Der Künstler nennt diese Bilder „pics“. Er spielt dabei mit den engl. Worten „picture“, „pic“ (umgangssprachlich engl. für Foto) und „to pick“: Dorfers Titel beschreibt das Einsammeln von Bildern, ihr Heraustrennen aus dem jeweiligen Kontext, das er in seinen Arbeiten betreibt. Dorfers Bilder erinnern an die alltägliche Bilderflut, der wir ständig ausgesetzt sind. Der Künstler hält die Bewegung der Bilder an und kombiniert ihre Bestandteile neu. Oliver Dorfers Gemälde, Zeichnungen und Drucke offerieren aus einer ganz eigenen symbolischen Sprache bestehende Bilderzählungen und der Betrachter ist aufgefordert, eigene Vorstellungen, Erinnerungen und Assoziationen mit den Bildern zu verbinden.



