
Phil Sims |
Die Baukunst Galerie eröffnet am Mittwoch, den 30. Oktober 2002 eine Ausstellung mit Werken des amerikanischen Künstlers Phil Sims. Es ist die erste große Einzelschau des Künstlers in der Galerie. Die Ausstellung zeigt eine pointierte Auswahl von Sims‘ monochromen Gemälden aus den letzten Jahren. Während der Ausstellungszeit sind weitere Arbeiten des Künstlers an Ausstellungsorten in Köln und Bonn zu sehen, die er im konkreten Bezug auf die jeweiligen Räume geschaffen hat: „The Cologne Painting (Pietá-Cycle)“ im Kunstraum Fuhrwerkswaage, Köln, Vernissage am 27.10.2002 um 11 h, bis 10.11.2002, und „The Bonn Paintings“ im Kunstmuseum Bonn, bis Ende 2002.
Phil Sims wurde 1940 in Richmond, Kalifornien (USA) geboren. Er studierte Malerei in San Francisco, nachdem er zunächst eine Ausbildung zum Keramiker absolviert und sein künstlerisches Handwerk anschließend auch selber gelehrt hatte. 1976 ging er nach New York. Er lebt und arbeitet heute in New York, Pennsylvania und Santa Fe. Seine Gemälde sind im Besitz internationaler Sammlungen und Museen; sie sind bereits in zahlreichen Ausstellungen in Europa und den USA. gezeigt worden: In Deutschland haben ihm neben der seit 2000 installierten Ausstellung im Kunstmuseum Bonn die Kunsthalle Bielefeld unter dem Titel „ Die Gegenwart der Farbe“ 1986 und zuletzt 2001 der Kunstverein Bentheim eine größere Ausstellung gewidmet. In Italien besitzt die Sammlung Panza Arbeiten des Künstlers und hat seine Bilder 1996 in der Villa di Biumo in Varese gezeigt.
Phil Sims Malerei ist streng monochrom. Seine Gemälde auf mittel- und großformatigen Leinwänden eröffnen große Farbflächen und offerieren dem Betrachter mit großer Konsequenz jeweils einen bestimmten Farbton. Sims experimentiert in seinen Gemälden mit verschiedenen Schattierungen einer Grundfarbe. Dieses Erforschen und Variieren hat die Ausstellung „Red Spectrum“ im Kunstverein Bentheim an der Farbe Rot eindrucksvoll verdeutlicht, indem sie Bilder des Künstlers in verschiedensten Abstufungen dieser Farbe zusammen wirken ließ.
Die Bilder von Phil Sims entstehen in langen Prozessen mit größter Sorgfalt. Den gewählten Farbton bringt der Maler sehr gleichmäßig, in einer sorgsam in horizontale und vertikale Striche ausbalancierten Pinselführung auf die Leinwand auf. Dieses genau strukturierte, jedoch nie ganz gleichmäßige Auftragen der Farbe von der Hand des Künstlers bleibt für den Betrachter sichtbar. Der Farbauftrag ist bis an die Ränder geführt. Es gibt keine Störung durch untere Schichten, die eine eventuell andere Farbigkeit durchschimmern lassen oder Stellen, an welchen die Leinwand sichtbar wird. Der Wechsel von matten und glänzenden Stellen, der durch Sims‘ Farbauftrag entsteht, führt zu einem unterschiedlichen Reflektieren des Lichtes; dies läßt die Bilder auf eine besondere Art und Weise lebendig werden.
Sims knüpft an die amerikanische malerische Tradition des Abstrakten Expressionismus und der Farbfeldmalerei, an beispielsweise Mark Rothko, Clifford Still, Brice Marden oder Robert Ryman an. In der Art des Farbauftrags, in der sorgfältigen Pinselarbeit sind seine Gemälde auch vergleichbar mit Arbeiten von Jasper Johns. Sie scheinen jedoch gleichzeitig eine viel ältere Tradition aufzugreifen, indem sie in Ausführung und Wirkung an die Stillebenmalerei alter Meister erinnern. Sims‘ Gemälde besitzen die besondere Ausstrahlung eines in handwerklich höchster Sorgfalt gemalten altmeisterlichen Bildes, das dem Betrachter wertvolle Schätze zeigt: Bei Sims ist es die Farbe, die er meisterlich gekonnt vorführt und die auf sich selbst und ihren großen Reichtum verweist.